FCB – Hauptversammlung

Ja, es war der totale Wahnsinn, ich war dabei!

Der Ehrengast Uli Hoeneß war von Anfang an brutal zugekifft, dem war eigentlich alles total egal.

Ständig hat er irgendwas von Bratwurscht gefaselt, Brodwuaschd, Brrrotwuus, wo ist meine Bratwurst, so ein Zeugs.
Dann hat er dem Salihamidžić den Maßkrug aus den Händen gerissen, der Brazzo hat sich total aufgeregt und dem Uli einen zünftigen Aufwärtshaken verpasst.

Da hat der Hoeneß sich kurz am Kinn gekratzt, den Krug vor sich hingestellt und reingepinkelt. Und dabei schallend gelacht.
Der Olli stand oben auf der Bühne, hat sich das in aller Ruhe angeschaut und einfach nur süffisant gelächelt, als hätte er mit der Bagage gar nix zu tun.

Bis ihm plötzlich ein rohes Ei in’s Gesicht flog und ne Scheibe Leberkäs und ne Banane hinterher.

Da war dann erst mal Schluss mit süffisant lachen, das kann ich euch sagen.

Der ist die Bühne runtergesprungen wie in seinen besten Zeiten als Aktiver!
Kaum war er unten, hat er mit den Stühlen um sich geschmissen, dabei hat es einige ganz bös erwischt. Ein paar Fans haben geblutet wie Sau.

Ein ums andere Mal hat er gebrüllt:
Von euch Arschlöchern lass ich mir keine Banane ins Gesicht werfen, ihr Sauluader ihr dreggerden.“

Dann hat der Hainer geredet, den mag ja keiner.
Jedenfalls haben die weiblichen Fans angefangen, wütend-hysterisch zu kreischen.

Du Sau, du Brunzkachl du ogsoachte, schleich di.

Einige von denen Weibern haben sich obenrum die Dirndl freigemacht und sind mit nackten Oberkörpern auf den Hainer zugelaufen.

Der hat Augen gemacht, so groß wie ein Wagenrad und hat sich mit aller Kraft an seinem Rednerpult festgehalten.

Die Madeln kannten aber kein Erbarmen, die haben ihn unter sich begraben, bis man nur noch ein Wimmern gehört hat.

Der Michael „Michi“ Ott hat das genau beobachtet und ist mit seinen Leuten auf die Bühne gestiegen, die haben sich gegenseitig angekettet, das sollte so eine Art symbolische Aktion gegen die Sklaverei in Katar sein, dem Sponsor von Bayern.

Plötzlich hat irgendwer in’s Megaphon geschrien:

F R E I B I E R, F R E I B I E R, F R E I B I E R

Dann gab’s erst recht ne Massenpanik.

Alle sind wild durcheinandergelaufen, ein Wunder, dass es keine Toten gab. Schließlich kam die Polizei und hat die Versammlung mit dem Wasserwerfer gewaltsam aufgelöst.

So schnell vergesse ich den Abend nicht, da war echt was los!

über den Autor

Mathias Guthmann

Mathias Guthmann schreibt für kulinarische und literarische Zeitschriften und den Schachsport.
Seine Essays und Kurzgeschichten, Kritiken und Interviews haben eine hohe Reichweite und werden in verschiedensten Fachmagazinen, auch international, publiziert.

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